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Clyátomon: Ein seltsamer Traum

07.04.2013
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Sanftes Rauschen. Manuela stand bis zum Bauch im Meer. Die Wellen kamen auf sie zu, drohten sie zu überrollen, aber sie konnte sich nicht rühren. Wie angewurzelt stand sie da, bis das Wasser über ihr zusammenschlug. Der Sog riss sie von den Füßen und zog sie mit sich. Sie sank wie ein Stein. Alles Rudern half nichts. Panik stieg in ihr auf. Sie brauchte Luft! Musste atmen! In der Tiefe … ein riesiges Wesen mit schuppiger Haut, ein Drache mit zwei schwarzen Hörnern auf dem Haupt. Er schwamm in einem hellen blauen Licht. Etwas umschlang Manuelas Bein und zog sie noch weiter hinab. Tiefer und tiefer wurde das Blau, bis sie sich mit dem Drachen auf Augenhöhe befand. Ihre Brust schien zu bersten. Sie öffnete den Mund und ihre Lungen füllten sich mit Wasser. 

Manuela fuhr mit einem Schrei hoch. Ihr Atem raste, das Herz schlug ihr bis in den Hals. Kalter Schweiß klebte ihr das Nachthemd an den Körper. Der Wecker zeigte halb drei. Trotzdem tastete sie mit zitternden Fingern nach der Nachttischlampe und stand auf. Sie würde ohnehin keinen Schlaf mehr finden. Manuela ging zum Fenster und schob die Vorhänge zurück. Alles beim Alten. Silbriges Mondlicht schimmerte auf Häusern und Gärten. Manuela seufzte erleichtert. Nur die Luft fühlte sich seltsam dünn an. Völlig durcheinander setzte sie Teewasser auf und stellte sich dann unter die eiskalte Dusche. Mittlerweile hatte sie Angst einzuschlafen, weil sich dieser Alptraum jede Nacht wiederholte. War sie ein Fall für die Klapse? Früher hatte sie doch auch keine solchen Probleme und ihr fiel beim besten Willen kein Ereignis ein, das Schuld an den Träumen sein konnte ...

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